E-Commerce: Die größten Versandhäuser in Deutschland

von Redaktion
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Spätestens seit dem Verkaufsstart der ersten Smartphones hat auch das Online-Shopping einen deutlichen Boom verzeichnet. In Deutschland haben 83 % aller 16- bis 74-Jährigen schon einmal bei einem Versandhändler Waren geordert.

Diese 10 Versandhäuser dominieren den deutschen Markt

Das wirft die Frage auf, welche Versandhäuser die Beliebtheitsskala bei den deutschen Verbrauchern anführen. In diesem Blog finden sich die 10 Versandhäuser, die im Kalenderjahr 2024 in Deutschland die höchsten Umsätze verzeichnen konnten.

1. Amazon (amazon.de)

Amazon verteidigte auch im Jahr 2024 seinen Platz als umsatzstärkster Versandhändler in Deutschland. Das amerikanische Unternehmen mit Sitz in Seattle (US-Bundesstaat Washington) verzeichnete einen Gesamtumsatz von 37,75 Milliarden Euro. Damit behauptet der E-Commerce-Gigant sich nicht nur an der Spitze der Top 10, sondern baute seinen Gewinn zum wiederholten Male aus.

Der Erfolg des im Jahr 1994 gegründeten Versandhändlers hängt in erster Linie mit der Änderung wichtiger Rahmenbedingungen im Onlinehandel zusammen. Amazon gilt heute als Pionier der 1-Tages-Lieferung. In den letzten Jahren gelang es dem Unternehmen, mit der Same-Day-Lieferung die Wartezeiten für die Kunden nochmals zu verringern. Gleichzeitig hat sich das Sortiment durch die Zusammenarbeit mit globalen Unternehmen ebenso wie regionalen Produzenten stetig ausgebaut. Im Sortiment von Amazon gibt es daher kaum mehr eine Produktkategorie, die nicht auffindbar ist.

2. Otto (otto.de)

Otto gilt als einer der Vorreiter für den Versandhandel in Deutschland. Über Jahrzehnte galt das Eintreffen der einem Telefonbuch gleichenden Kataloge als ein festliches Ereignis in zahlreichen Haushalten. Diese Verbundenheit der Kunden mit der Marke Otto ist bis heute erhalten geblieben. In Zahlen ausgedrückt erwirtschaftet das Versandhaus innerhalb eines Jahres durchschnittlich mehr als 8 Milliarden Euro allein mit den Einkäufen der Kunden aus Deutschland.

Vergleichbar mit dem Spitzenreiter Amazon zeichnet sich das Sortiment von Otto ebenfalls durch seine Vielseitigkeit aus. Von der Küchenmaschine bis zu den Dekorationen für die Weihnachtszeit gibt es kaum Produkte, auf die Kunden verzichten müssen. Um Kunden die Zahlung zu erleichtern, bietet dieser Versandhändler ebenfalls den Kauf auf Raten an. Diesen Service in Anspruch zu nehmen, setzt jedoch die erforderliche Bonität voraus.

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3. Zalando (zalando.de)

Zalando gehört mit seinem Firmensitz in Berlin ebenfalls zu den deutschen Unternehmen in der Liste der erfolgreichsten Versandhändler. Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 2008. Zu diesem Zeitpunkt steckte der E-Commerce in Deutschland zum Großteil noch in den Kinderschuhen. Mit dem Fokus auf den Versand von Mode baute Zalando seine Geschäftstätigkeiten kontinuierlich aus und ist heute in über 25 Märkten in ganz Europa aktiv.

Die Anzahl von über 50 Millionen Kunden hat Zalando in einem nicht geringen Teil dem über Jahre geltenden Verzicht auf Versandkosten für den Hin- und Rückversand zu verdanken. Diese Unternehmensphilosophie ermutigte zahlreiche junge Kunden, auf zalando.de ohne finanzielles Risiko einzukaufen und die Kleidung und Accessoires bei Bedarf kostenlos zurückzusenden.

4. MediaMarkt (mediamarkt.de)

Allein in Deutschland stehen den Kunden von MediaMarkt 270 Filialen für einen Einkauf von Elektronik zur Verfügung. Eine wachsende Anzahl dieser Kunden betritt diese Filialen jedoch primär, um online bestellte Waren abzuholen. Ein Vorteil dieser Click & Collect Abholung im Markt ist der Verzicht auf Versandkosten, unabhängig von der Höhe des Warenwerts.

Das Sortiment des im Jahr 2012 an den Start gegangenen Onlineshops bleibt im Wesentlichen den im Markt erhältlichen Angeboten treu. Online-Shoppern steht jedoch im Onlineshop eine deutlich umfangreichere Auswahl zur Verfügung, als es die Ausstellungsfläche in den Märkten erlaubt. Typisch für die Serviceleistungen im Rahmen der Lieferung ist unter anderem der MediaMarkt Anschlussservice für elektrische Großgeräte. Die Kunden müssen somit den Anschluss von Waschmaschinen und Co nicht selbst in die Hand nehmen.

5. IKEA (ikea.com)

Das schwedische Möbelhaus IKEA gehört zu einer der weltweit bekanntesten Marken. Im Versandhandel erzielte das Unternehmen, welches seinen Hauptsitz mittlerweile in die Niederlande verlegt hat, einen jährlichen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro in Deutschland. Das Konzept aus Möbeln und Wohnaccessoires geht insofern online ebenso auf als beim Einkauf in den bundesweit verteilten Möbelhäusern.

Der Lieferservice im IKEA Onlineshop gründet sich im Wesentlichen auf zwei Optionen. Die erste Option besteht aus der Abholung in einem zuvor ausgewählten IKEA-Einrichtungshaus. Die zweite Option besteht aus der traditionellen Lieferung bis zu den Kunden nach Hause. Verfügen die Kunden nicht über ein geeignetes Fahrzeug für den Transport der gekauften Möbel, bietet sich mit dem Onlinekauf direkt die passende Lösung an.

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6. Apple (apple.com)

Das iPhone hat für die steigenden Zahlen des E-Commerce einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet. Jederzeit mit tausenden von Einkaufsmöglichkeiten verbunden zu sein, hat ebenfalls den Umsatz des Onlineshops von Apple erhöht. Die Nummer 6 auf dieser Liste erlaubt es den Kunden, mit nur wenigen Klicks Technik wie iPads, AirTags und AirPods auszuwählen, zu bezahlen und für die Lieferung freizugeben.

Ein Vorteil der Auswahl im Onlineshop ist die einfachere Verfügbarkeit von Geräten in allen derzeit erhältlichen Farbtönen, ebenso wie das Vorhandensein von Sondereditionen. Wer dennoch den Besuch im Apple Store nicht ausfallen lassen möchte, hat die Möglichkeit, den Einkauf per Abholung in ein Filialgeschäft abzuwickeln. Dort findet sich unter anderem für das iPhone oder die Smartwatch eine Vielzahl von nützlichem Zubehör.

7. H&M (hm.com)

Die Modemarke H&M gilt als einer der Spitzenreiter im Bereich der Fast Fashion. Das seit Jahren anhaltende gute Gespür für Trends veranlasst die Kunden zu einem Besuch in den Filialgeschäften ebenso wie im Onlineshop von Hennes & Mauritz. Das trägt allein in Deutschland zu einem Umsatz von 3 Milliarden Euro innerhalb eines Kalenderjahres bei (Quelle: e-business-mag.de).

Der schwedische Textilriese mit Sitz in der Hauptstadt Stockholm bietet in seinem Onlineshop wie gewohnt Kleidung für Damen, Herren und Kinder an. Zusätzlich hat die Marke sein Sortiment in den vergangenen Jahren erweitert. Hinzugekommen sind inzwischen die Sparten Home und Beauty. H&M wächst insofern mit den Interessen der eigenen Zielgruppe und verhilft seinem Onlinegeschäft zur gleichen Zeit zu weiteren Standbeinen.

8. Lidl (lidl.com)

Lidl hat unter den Discountern in Deutschland mit Blick auf den Umsatz schon seit einigen Jahren die Nase vorn. Die Milliardengewinne des Marktführers sind neben dem Verkauf von Produkten in den mehr als 3200 Filialen ebenfalls auf den Onlineshop zurückzuführen. Das dortige Konzept unterscheidet sich grundlegend von dem Sortiment in den klassischen Geschäften.

Im Filialnetz von Lidl steht der Verkauf von Lebensmitteln und Haushaltsprodukten im Fokus. Andere Produkte gehören oftmals zu den saisonalen Artikeln oder den wöchentlich wechselnden Spezialangeboten. Im Onlineshop wechselt diese Perspektive und die Lebensmittel gehören zu den Nischenartikeln. Dieses unternehmerische zweite Standbein zahlt sich bislang für Lidl vollumfänglich aus.

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9. About You (aboutyou.com)

Mit der Marke About You taucht der Versandhändler Otto noch ein zweites Mal in der Liste der aktuell größten Versandhändler in Deutschland auf. Im Jahr 2014 gründete der Hamburger Versandhändler dieses Unternehmen als eigenständige Tochtergesellschaft. Bis heute gehört Otto zu den Anteilseignern von About You. Das Konzept von About You umfasst das personalisierte Einkaufserlebnis im Internet. Die Kunden sollen sich in der Auswahl von Kleidung und Accessoires wie bei einem Besuch in einem Shoppingcenter fühlen.

Zu diesem Zweck arbeitet About You mit mehr als 3000 verschiedenen Marken zusammen. Dazu gehören bekannte Textilhersteller ebenso wie kleine Marken und Designer, die erst damit begonnen haben, sich mit ihrer Mode einen Namen zu machen. Diese Mischung kommt speziell bei jüngeren Generationen gut an und verhilft zum Entdecken eines individuellen Kleidungsstils.

10. Shop Apotheke (shop-apotheke.com)

Die Erlaubnis, Medikamente über den Versandhandel zu versenden, hat die Landschaft zum Kauf von medizinischen Produkten im Jahr 2004 grundlegend verändert. Davon profitiert haben Versandhändler wie Shop Apotheke. Dieses Unternehmen mit offiziellem Firmensitz in Sevenum (Niederlande) erzielte im Jahr 2024 einen Jahresumsatz von 2,4 Milliarden Euro.

Shop Apotheke konnte anhand dieser Zahlen seinen Gewinn nicht nur durch den Versand nach Deutschland nochmals um bis zu 30 % steigern. Während der Gewinn anderer Versandhändler in den vergangenen zwei Jahren stagniert hat, zeigt Shop Apotheke, dass sich in diesem Marktsegment noch Spielraum für ansteigende Umsätze befindet.

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